Wann Pneumaflex 2 einsetzen?

Pneumaflex 2 ist ein neues Orthesenkonzept mit Energierückgabe. Diese dynamische Fussheberorthese ermöglicht eine kontrollierte Rückgabe von Bewegungen (Ausschluss von ungewünschten Bewegungen) und reaktiviert betroffene Muskeln.

Pneumaflex 2 wurde entwickelt, um die Anatomie während eines normalen Gehschemas zu verwenden und dadurch die natürliche Arbeit der Muskeln einzusetzen. Diese Orthese ersetzt kein Bein , Fuss oder die Muskeln, lässt letztere jedoch voll am Gehen oder Laufen teilhaben indem sie sie im richtigen Moment unterstützt.

Es handelt sich um eine individuelle biomechanische Anpassung an den Patienten. Pneumaflex 2 ermöglicht wesentlich mehr als eine traditionelle Fussheberorthese, welche eher Bewegung und Muskelarbeit einschränkt.

Dies ist der Grund warum Pneumaflex 2 eine innovative und einzigartige Versorgungsmöglichkeit darstellt und man Patienten davon so früh wie möglich profitieren lassen sollte. Die Funktion der Muskulatur bleibt dadurch länger intakt. Eine Anprobe gibt Aufschluss darüber, ob (oder nicht) Pneumaflex 2 eine geeigntete Versorgung für den Patienten ist.

Erklärungen der mit Patienten erlebten Probleme

« Noch nicht jetzt, ich warte lieber noch ein bisschen ». Warten, auf was? Darauf, dass es zu spät ist, eine Verbesserung der neurologischen Situation und/oder eine Stellungsverbesserung zu erreichen, solange es noch möglich ist?

Pneumaflex 2 ist nur für schwere Krankheiten, siehe Patienten die schon im Rollstuhl sitzen. Erinnern wir uns, dass es bis heute keine Behandlungsmöglichkeit für « tote » Gliedmassen gibt.

Bei der Orthopädietechnischen Versorgung von neurologischen Krankheitsbildern ist es angebracht, an die langfristigen, medizinischen Konsequenzen zu denken und nicht nach einem bestehenden Schema vorzugehen. Sämtliche mögliche Vorgehensweisen und Methoden sind in Erwägung zu ziehen, um langfristige, nicht reversible Schäden zu vermeiden.

Erinnern wir uns, dass eine sofortige Bewegungsrückgabe auch eine sofortige Funktion von Muskeln, Gelenken und der Durchblutung bewirkt. Diese Funktion ist überaus wichtig um eine eventuelle Verbesserung der gesamten neurologischen und anatomischen Situation zu ermöglichen.

Man darf also nicht einfach auf eine hypothetische Verbesserung der Situation warten, ohne sämtliche dynamische Möglichkeiten wie Physiotherapie und aktives Gehen maximal auszunutzen.

Das Paradoxum der Fussheber

Nach einer Erkrankung mit neurologischen Ausfällen ist es wichtig, so schnell und so viel wie möglich zu gehen und das unter den bestmöglichen, funktionellen Bedingungen für Muskulatur und Biomechanik.

Weshalb die Arbeit des Physiotherapeuten zunichte machen, indem das während der Physiothérapie mühsam mobilisierte Bein anschliessend in einer nicht dynamischen Orthese fixiert wird ?

A) Fussheberorthesen nach Mass, steif oder mit Gelenk

Diese klassischen Orthesen haben den grossen Nachteil, dass sie den Fuss in einer 90 Grad Stellung fixieren und somit dem Patienten zwar eine Stand- und Gangsicherheit geben, aber in keinem Fall eine dymaische und biomechanisch korrekte Funktion der Muskeln und Gelenke ermöglichen.

Sie lähmen das Bein auf eine andere Art und Weise, wobei eine Atrophie der Muskulatur und eine schlechte Funktion der Gelenke bewirkt wird.

Man sollte im Gegenteil, Muskulatur und Gelenke voll in die Rehabilitation einbeziehen.

B) « Weiche » bzw. elastische Fussheberorthesen

Diese haben zwar den Vorteil, keine Gelenke zu blockieren, können aber im Gegensatz dazu keine Bewegungen kontrollieren.

Es ist klar, dass die Bewegung wiedergegeben werden muss, es ist jedoch absolut notwendig, dass diese Gelenkfreiheit unter lateraler Kontrolle stattfinden muss, um die Gefahr von Verstauchungen oder gar von Stürzen zu vermeiden.

Diese Art von Orthesen erlauben z.B. kein aktives Gehen oder sogar Laufen in unebenem Gelände, was jedoch ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation ist.

Zusammenfassung

Sehr häufig athrophieren bei Patienten mit Lähmung der Fussheber nicht nur die direkt durch den neurologischen Befund betroffenen Muskeln, sondern auch viele andere. Dies erklärt sich dadurch, dass der Patient das Vertrauen in eines seiner beiden Beine verloren hat und somit die ganze Aktivität auf das andere Bein verlagert.

Die gesunden jedoch immer mehr inaktiven Muskeln verlieren somit nach und nach an Volumen und Kraft. Das dynamische Gleichgewicht beim Gehen verschlechtert sich ebenfalls und daraus resultiert ein asymetrisches Gangbild.

Pneumaflex 2 hat die Kapazität, genügend Energie abzugeben um damit die zum Gehen notwendigen Bewegungen zu aktivieren. Pneumaflex 2 kontrolliert auch die Gesamtheit und verhindert dadurch ungewollte Bewegungen (z.B. Verstauchen des Knöchels).

Keine Orthese ermöglicht bis zum heutigen Zeitpunkt ein Laufen im Wald oder auf unebenem Gelände, ohne dass der Patient ständig an die Kontrolle seines Fusses denken muss (Lähmung des Peronäusnervs).